Feigenknödel

Feigen als Schweinefutter? Glaubt man dem arabischen Gelehrten Ibn Butlan aus dem 11. Jahrhundert kann die Leber eines Schweines, das mit Feigen gemästet wurde, nur von besonders feiner Gänseleber übertroffen werden. Doch eigentlich sind die süßen Früchte für das liebe Vieh viel zu schade, sind sie doch nicht nur wohlschmeckend und nahrhaft, sondern auch noch … Mehr Feigenknödel

Ase – mehr als nur Wasser und Mehl

Ase, das 6. Rezept in unserem púch von den chósten, ist eines der wenigen Gerichte, bei denen wir nicht auf Parallelrezepte aus dem arabischen Raum zurückgreifen können. Da zudem die lateinische Überlieferung unserer Sammlung, der liber de ferculis, erst mit dem 30. Rezept einsetzt, waren wir bei der kulinarischen Umsetzung mit dem frühneuhochdeutschen Text auf … Mehr Ase – mehr als nur Wasser und Mehl

Rund um die Birne: Vom Baum bis in die Latwerge

Neben Äpfeln und Kirschen, die in den meisten bäuerlichen Gärten des Mittelalters zu finden waren, dürften auch Birnen bereits früh zu den beliebtesten heimischen Obstsorten gezählt haben, wovon neben der Verwendung in der poetischen Literatur (etwa als beliebte Metapher für die weibliche Brust) zahlreiche medizinische, kulinarische und alltagspraktische Erwähnungen zeugen. In Berufung auf antike Quellen … Mehr Rund um die Birne: Vom Baum bis in die Latwerge

Böhmisches Huhn: ein herzhafter Grenzgänger?

Ein kulinarischer Grenzgänger begegnet uns in unserer Rezeptsammlung in der „Grazer hauswirtschaftlich-medizinischen Sammlung“ (UBG, Ms. 1609): das böhmische Huhn. Item will dw ein moerstaer hain machen: Fueell ein hueenn mit airen vnd mit speck, saluan vnd mit salcz yennen czwischen hawt vnd fleyesch vnd stoz es an einen spis. Vnd mach ainen air taig fest … Mehr Böhmisches Huhn: ein herzhafter Grenzgänger?

Ein Brautessen

Hochzeitsfeierlichkeiten sorgen nicht nur für fröhliche Stimmung, sondern sind auch häufig Hochfeste für unseren Gaumen. Das gilt für mittelalterliche Hochzeiten genauso, wenngleich sich das übliche Prozedere doch deutlich von unserem heute in Mitteleuropa gängigen unterscheidet. Die übliche Form der Ehe im Mittelalter wird von der Geschichtswissenschaft als „Muntehe“ bezeichnet, weil die Frau dabei von der … Mehr Ein Brautessen

Salbei-Nuss-Sauce: mehr als eine Würzsauce!

In der „Grazer hauswirtschaftlich-medizinischen Sammlung“ (UBG Ms. 1609) finden wir ein Kochrezept für eine Salbei-Nuss-Sauce: Item. Wildw machen ein salsen czw vischen, so nyem saluan vnd zmameye vnd waellisch nuess. Das reib mit guetten wein ab vnd esseich durch. Also wird es guett. Willst du eine Sauce zu Fischen machen, so nimm Salbei und Zimt … Mehr Salbei-Nuss-Sauce: mehr als eine Würzsauce!

Die Handschrift UBG Ms. 1609

Die Handschrift Ms. 1609 stammt aus dem 15. Jahrhundert, wird in der Grazer Universitätsbibliothek aufbewahrt und ist eine Gebrauchshandschrift mit Texten auf Deutsch und Latein. Sie umfasst 469 Papierblätter und weist auf 38 Lagen 35 bis 40 verschiedene Schreiberhände auf. Die ursprüngliche Herkunft der Handschrift lässt sich nicht mehr herausfinden, allerdings werden die beiden Klöster … Mehr Die Handschrift UBG Ms. 1609

Sambusuch: Teigtaschen in pikanter und süßer Ausführung

Das folgende Rezept stammt aus der Münchener Handschrift Cgm 415, genauer aus dem púch von den chósten, und wurde mit Schülerinnen der 1. HL-Klasse der HLW Krieglach in einem Schulworkshop zunächst kulinarhistorisch erschlossen und im Anschluss experimentell nachgekocht. Das frühneuhochdeutsche Rezept aus der Münchener Handschrift: [M55]Sambusuch: Ez ist pezzer, daz do wirt mit saff von … Mehr Sambusuch: Teigtaschen in pikanter und süßer Ausführung