Über

Hier bloggt das Team des Sparkling Science Projekts Nahrhaftes Mittelalter am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern unserer steirischen Partnerschulen erforschen wir die historische Kulinarik und begeben uns auf Spurensuche in mittelalterlichen Rezeptsammlungen zwischen Orient und Okzident.

Mörser oder Mixer?

Die Rezepte auf unserer Seite wurden gemeinsam mit den Nachwuchköchinnen und -köchen für die moderne Küche neu interpretiert. Sie sind so aufbereitet, dass sie mit Zutaten und Kochwerkzeugen der Gegenwart ganz einfach nachgemacht werden können. Mit entsprechender Erfahrung und dem passenden Equipment ist es aber natürlich auch möglich, die Gerichte im authentischeren Setting einer Lager- oder Burgküche zuzubereiten. Wir freuen uns immer über Rückmeldungen, Erfahrungsberichte und Fotos zur Umsetzung unserer Rezepte! Ihr könnt direkt über diese Seite oder aber über unsere Facebook- und Instagramprofile mit uns Kontakt aufnehmen.

Wissen aus dem Mittelalter

Neben ausgewählten Rezepten finden sich auf unserer Seite auch informative Beiträge rund Ernährung und Kulinarik des Mittelalters sowie ihre Überlieferung. Viele dieser Beiträge wurden ebenfalls gemeinsam mit Schülerinnen, Schüler, Lehrpersonen und Studierenden erarbeitet und sollen einem breiten Publikum Einblick in dieses spannende Thema verschaffen. Noch mehr Wissen aus dem Mittelalter findet sich auf unserer Partnerseite: Wissen aus dem Mittelalter – Gehe mit uns auf Schatzsuche und entdecke, welche Geheimnisse in alten Büchern stecken!

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Kurzbeschreibung des Projektes:
Als eines der Grundbedürfnisse des Menschen ist die Ernährung in allen Kulturen ein wichtiges Thema und erstreckt sich über die verschiedensten Lebensbereiche. In der mittelalterlichen Denkweise nimmt sie einen besonders hohen Stellenwert ein, nicht nur als physische Notwendigkeit, sondern in der gesamten Lebensführung (Diätetik), einschließlich der Gesundheitsprophylaxe und darüber hinaus im symbolischen Sinn. Die gedankliche Basis für die historische Gesundheitsvorsorge bildet die aus der Antike tradierte und in der orientalischen Medizin systematisierte ganzheitliche Sicht auf das Zusammenspiel zahlreicher Einflussfaktoren, denen der Mensch als Mikrokosmos im Makrokosmos andauernd ausgesetzt sei. Die symbolische Aussagekraft rührt zum einen aus der in jener Zeit alles dominierenden christlichen Religion, zum anderen aus dem für das Mittelalter charakteristischen gesellschaftlichen Ordo-System sowie aus sozioökonomischen Rahmenbedingungen. Die mittelalterliche Kulinarik Europas steht dabei nicht nur unter saisonalen und regionalen Einflüssen, sondern auch in regem Austausch mit anderen Kulturräumen, v.a. dem Orient. Kochrezepttexte aus dieser Zeit sind demnach nicht nur als Anleitungen zur Herstellung von Speisen zu lesen, sondern transportieren zusätzlich eine Menge an kulturgeschichtlichen Informationen.

Im Rahmen des Projektes werden Traditionslinien und Verbreitung ausgewählter mittelalterlicher Kochrezepte gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Schulstufen näher erforscht, praktisch erprobt und nach heutigen Maßstäben geprüft und bewertet. Der kontrastive Vergleich von Ernährungsgewohnheiten und Gesundheitslehre des Mittelalters mit dem aktuellen Wissensstand ist nicht nur diachron erkenntnisreich, sondern eignet sich in weiterer Folge dazu, die Erkundung und Beurteilung des eigenen Standortes in der Gegenwart zu befördern sowie – auf kulturelle Unterschiede in der heutigen Gesellschaft übertragen – integrationspolitisch genützt zu werden.

AKTUELL

Die von Sparkling Science geförderte Projektlaufzeit endete im Dezember 2019. Seither wird dieser Blog von der ehemaligen Projektkoordinatorin Ylva Schwinghammer weiterbetrieben. In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier Beiträge rund um die mittelalterliche Kulinarik aus der ursprünglichen Projektarbeit (2016 bis 2019) und aus neuen Kooperationen, wie etwa mit dem 2019 gestarteten FWF Projekt Science Ink, das ebenfalls an der Universität Graz angesiedelt ist.

Materialien zur Vermittlung mittelalterlicher Texte in der Schule finden sich auf dem Grazer didaktischen Textportal zur Literatur des Mittelalters. Auf Anfrage können für Schulklassen weitere Materialien aus dem Projektumfeld zur Verfügung gestellt werden. Sofern es die Ressourcen und Rahmenbedingungen zulassen, bieten wir auch weiterhin Workshops für alle Schulstufen an.

Im Zuge des Grazer Projektes CoReMa werden deutschsprachige Kochrezeptsammlungen des Mittelalters ediert. Wissenschaftsinteressierte finden Digitalisate und Transliterationen der Handschriften über das Portal des Projektes: Cooking Recipes of the Middle Ages.